Neues aus Kitana

Brief von Pfarrer Jude vom Juni 2022

Pfarrer Jude Tumusiime aus der Pfarrei Kitana in Uganda hat einen Brief an alle in unserer Pfarrei geschrieben. Darin bedankt er sich herzlich für die Unterstützung während des in Uganda recht strengen Lockdowns. Im letzten Jahr durften weder Gottesdienste gefeiert werden, noch Kinder und Jugendliche eine Schule besuchen. Die Versorgungslage ist angespannt.

Seit Kurzem sind die Schulen wieder offen, und die Gemeinden können Gottesdienste feiern. Das ist wichtig, denn anders als in Deutschland finanzieren sich die Pfarreien überwiegend über das, was an Kollekten bei den Gottesdiensten eingeht.

Pfarrer Jude dankt allen Unterstützer/innen aus unserer Pfarrei und sagt uns Gottes Segen zu.

Im Übrigen wird er im Juli zum ersten Mal als Vetretung und auf Besuch zu uns kommen. Es wird sein erster Besuch in Deutschland sein. Freuen wir uns auf unseren Gast, unseren Freund und Mitbruder! Auf dass sich daraus die gegenseitige Partnerschaft stärken werde!

Hier ist der Bericht von Pfarrer Jude in Englisch, übersetzt ins Deutsche von Thomas Jäger.

Die Situation in Corona-Zeiten

Juli 2021

Noch immer gilt für ganz Uganda ein scharfer Lockdown. Mittlerweile steigen die Zahlen der Covid 19-Infizierten exponentiell, aufgrund der Delta-Variante. Impfungen gibt es so gut wie keine, denn Impfstoff ist keiner vrohanden. Nur wenig medizinisches Personal kann geimpft werden. Scharfer Lockdown bedeutet: Geschäfte, Gewerbe, Schulen, Kirchen, Restaurants, Kultur...: alles ist geschlossen. Einzig große Märkte und Lebensmittelgeschäfte sind offen. Es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr mehr. Private Autofahrten sind verboten. Nur Mofas und Motorräder dürfen privat gefahren werden. Die Menschen müssen zuhause bleiben, können nicht aus ihren Bezirken heraus. Das bedeutet: Kaum jemand kann ein Einkommen erzielen, die Kosten für Trinkwasser, Strom, Lebensmittel usw. steigen enorm. Mittlerweile reicht auch das, was in den Gärten privat angebaut wird oder die Kleinbauern ernten, kaum mehr aus, um alle einigermaßen satt zu machen. Die Hilfslieferungen der Regierung reichen nicht. Zumal es momentan nicht genügend Niederschläge gibt, trotz Regenzeit.

Unterstützung aus unserer Pfarrei

Im Juni fanden Kollekten in den Gottesdiensten statt, bei denen Gemeindemitglieder zur Unterstützung der Pfarrei Kitana spendeten. Zusammen mit privaten Zuweisungen des Pastoralteams und anderer können so die monatlichen laufenden Kosten der Pfarrei Kitana einigermaßen gedeckt werden. Der leitende Pfarrer Jude Tumusiime ist sehr dankbar dafür und kann so das Pfarrzentrum in Kitana mit seinen Mitbrüdern und Angestellten versorgen. Für die nächste Zeit wird Pfarrer Jude aus der Kollekte monatlich 800 Euro erhalten, so weit die Spenden ausreichen.

17. Juli 2021: Aktueller Bericht von Pfarrer Jude (per E-Mail an mich)
Original auf Englisch

Liebe Christen von Kandel
Ich schreibe Ihnen, um Ihnen für all die Unterstützung und Hilfe zu danken, die Sie uns in der Pfarrei Kitana während dieser zweiten Welle der Pandemie geschickt haben. Wir sind sehr dankbar dafür, dass Sie es ermöglicht haben, dass wir bis jetzt überleben können. Möge der gute Gott Sie dafür segnen.
Die Pfarrei Kitana besteht aus drei Priestern, sieben Angestellten für Haus-, Hof- und Gartenarbeiten und insgesamt etwa 45 000  (katholischen) Christen. Seit der totale Lockdown in Uganda ausgerufen wurde, war das Leben hier nicht so einfach. Wir können die Christen in ihren Gemeinden nicht besuchen, denn jeder wurde zum Zeitpunkt des Lockdowns dort eingesperrt, wo er/sie sich gerade aufgehalten hatte. Die Zahl der Todesfälle hat sich dadurch inzwischen reduziert.
Wir danken Gott für ein Geschenk unserer Freundschaft mit der Pfarrei Kandel (Heilige Vierzehn Nothelfer). Wir vergessen nicht Pfarrer Stanislaus (Mach), der mit engen Freunden die Ihre Pfarrei mobilisiert hat; möge der liebe Gott Sie alle für uns segnen.

Die Mehrheit der Christen in dieser Pfarrei (Kitana) sind Flüchtlinge aus dem Kongo, Südsudan und Kleinbauern. Sie gehen auch der Fischerei nach, aber sie haben aufgrund von Covid-19 den Fischfang eingestellt. und das Wetter für die Landwirtschaft war nicht gut, daher ist der Hunger die größte Herausforderung für die Menschen. Ich habe versucht, ein paar Leute mit Essen (Bohnen und Maismehl) zu versorgen, das ich aus meinen Gärten geholt habe. Es ist nun alles aufgebraucht, und immer wieder kommen Leute ins Pfarrzentrum, um Unterstützung zu erhalten,
Wir beten zu Gott um mehr Schutz und Unterstützung von Menschen guten Willens wie Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen, Rev. Fr, Jude Tumusiime
(Übersetzung: Pastoralreferent Thomas Jäger)

Juni 2021

Ende Mai hat Bischof Vincent (Hoima) acht Seminaristen in die Pfarreri Kitana geschickt. Dort sollen sie für ein bis zwei Monate ein Seelsorge-Praktikum machen. Jetzt hat Pfarrer Jude noch mehr Personen in seinem Pfarrzentrum unterzubringen und zu versorgen. Immerhin zeigt die hohe Zahl der Praktikanten, dass viele junge Männer in der Diözese Hoima sich berufen fühlen, Priester zu werden. Die Kirche scheint zu wachsen.

Doch dann kam ein schlechte Nachricht: Uganda geht in den Lockdwn!

Ab dem 10. Juni 2021 gilt für 42 Tage ein harter Lockdown für ganz Uganda. Fast alles wird geschlossen, die Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt, Schulen, Kirchen, und Geschäfte sind zu - bis auf wenige Ausnahmen. Das trifft die Menschen dort sehr hart. Denn die eh geringen Erwerbsmöglichkeiten sind erneut völlig zunichte gemacht. Die staatlichen Hilfen reichen hinten und vorne nicht. Und die Pfarrei hat keine Einnahmequellen mehr. Denn wenn keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden können, gibt es auch keine Kollekte für die Aufgaben der Pfarrei.

Am 8. Juni schreibt Pfarrer Jude per WhatsApp:
Wasser zum Beispiel ist sehr teuer! Wir hatten von der Regierung geliefertes Trinkwasser (in Flaschen) gebraucht, aber deren Aufbereitungsanlage ging kaputt. Deshalb dachte ich darüber nach, einen Brunnen bohren zu lassen, um die Pfarrei (er meint das Pfarrzentrum), die Lehrer an der kirchlichen Grund- und Realschule mit Trinkwasser zu versorgen. Ebenso die Gesundheitsstation am Pfarrzentrum. Ich fragte nach den Kosten, aber das Bohren kostet 6 Millionen Uganda-Schilling! (ca. 1400 Euro). Da wir momentan Trockenzeit haben, ist Trinkwasser ein echtes Problem!

Am 10. Juni (Beginn des Lockdowns) schreibt er:
Hier in Uganda bewegt sich jeder mit Maske! Die vollständige Sperrung hat heute für weitere 40 Tage begonnen. Alle Krankenhäuser sind voll mit Covid-Patienten und viele sterben auch. Betet für uns, das ist ernster.

Am 11. Juni kam eine Nachricht mit einem Artikel des Daily Express:
Das ugandische Gesundheitsministerium breichtet von 1438 Corona-Infizierten an einem Tag; die höchste Zahl an Neuinfektionen an einem Tag überhaupt. Insgesamt seien 59 949 Menschen im Land infiziert. (Man kann allerdings davon ausgehen, dass die Zahlen wesentlich höher sind, da kaum getestet werden kann.)

Am 15. Juni berichtet pfarrer Jude:
In Uganda greift Covid rasch um sich. Jeden Tag beerdigen wir Covid-Tote in Uganda, auch in der Pfarrei Kitana.

Die Situation wird täglich schlimmer. Damit Pfarrer Jude sein Pfarrzentrum während des Lockdowns unterhalten kann, haben ein paar Gemeindemitglieder unserer Pfarrei ihn finanziell unterstützt. Wie immer leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein...

(Die Nachrichten wurden aus dem Englischen übersetzt.)

 

Mai 2020

Pfarrer Jude berichtet darüber, wie die Menschen auch in Uganda vom Lockdown betroffen sind.
Märkte sind geschlossen, der Zugang zu Verkehrsmitteln ist beschränkt, es gibt Ausgangssperren. Die meisten Menschen haben ihre Verdienstmöglichkeiten verloren, wöchentliche Lebensmittelrationen der Regierung für Familien reichen kaum aus. Die wirklichen Zahlen zu Ansteckungsraten sind ungewiss.

Die Pfarrei in Kitana bemüht sich mit ihrer Gesundheitsstation, ein wenig Hilfe zu leisten. Deren Ausstatung ist allerdings prekär: Es fehlt fließendes Wasser, eine Solaranlage für eine dauerhafte Stromversorgung, Medikamente, Decken u.a. Das medizinische Personal kann nur bei Tageslicht arbeiten.
Pfarrer Judes größter Wunsch ist eine Solaranlage für die Gesundheitsstation.

Im Pfarrgarten wird Gemüse angebaut, es gibt eine Hühner- und Schweinezucht. Das stellt die Versorgung der pfarrer und der Angestellten sicher, daneben werden bedürftige mit Lebensmitteln versorgt. Der Pfarrgarten wurde eingeebnet, gepflügt und hergerichtet fürs Bepflanzen. Dafür sorgte Pfarrer Jude, zum Teil mit Unterstützung von Freund/innen aus der Pfarrei Kandel.

Juni 2020

Dank persönlicher Spenden von Freunden aus unserer Pfarrei konnte eine Klärgrube an der Gesundheitsstation ausgehoben und verschalt werden. Eine neue Toilettenanlage und ein Bad für Patienten können jetzt gebaut werden. Ziegelsteine sind dafür geliefert worden. Die Bilder dazu stammen vom 24.06.2020.

Brief vom 17. Juni 2020 (englisch-deutsch)

Brief vom Mai 2020 (englisch)

Ostergrüße aus Kitana 2021

Pfarrer Jude Tumusiime, der Leiter des Seelsorgeteams in Kitana, schickt Grüße und Segenswünsche zum Osterfest aus Uganda.
Allan, ein Theologiestudent aus Kitana, grüßt auch in einem kurzen Video.

 

Pfarrgarten Mai 2020

Gesundheitsstation Mai 2020